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Was ist eigentlich Fasten und wie macht man es richtig?

Ich habe die Woche um Ostern genutzt und gefastet. Wie es mir damit ging und welche Erfahrungen ich damit gemacht habe möchte ich in diesem Blog mit euch teilen.

 
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Was ist eigentlich Fasten? Jeder von uns hat davon schon einmal gehört und bestimmt auch ein inneres Bild dazu. Viele Menschen reagieren darauf eher mit Argwohn und Abneigung, denn sie können und wollen sich nicht vorstellen ohne Nahrung nur einen Tag auszukommen. Dabei ist uns die Fähigkeit, ohne Nahrung auszukommen und gespeicherte Nahrungsenergie zu nutzen, angeboren. Seit der Geschichte der Menschheit, ist der, der die Nahrung hat, der Gewinner. Das war in der Steinzeit so und das kann man auch jetzt noch jeden Tag im Vergleich der Industrie zu Dritte Welt Ländern beobachten.

Aber wieso ist die Angst zu verhungern und für eine Zeit auf ein bisschen Nahrung zu verzichten, so groß und dominant in unseren Köpfen? Essen ist für uns Genuss, Ersatzbefriedigung und auch Lebensnotwendig. Dennoch verzehren wir täglich oft mehr, als wir eigentlich brauchen. Wissenschaftler gehen davon aus, dass 70% aller Krankheiten in den westlichen Industrieländern, Ernährungs- und Lebensstil induziert sind. Krankheiten wie Gicht, Arthrose, Diabetes mellitus, Herz - Kreislauf Erkrankungen und Krebs können durch übermäßigen und falschen Nahrungskonsum entstehen.

Fasten ist Leben

Fastenzeiten gehörten schon von je her in den natürlichen Rhythmus des Menschen. Wenn wir zum Beispiel krank oder fiebrig sind, ist uns oft nicht nach Essen. Unser Körper stellt sich dann automatisch auf die Versorgung von innen um, denn wir verbrauchen ca. 30 % unseres täglichen Energiepensums für die Verdauungsarbeit. Um schneller zu heilen, ist es notwendig, diese Energie zu sparen und für die Regeneration und Neubildung von Zellen zu nutzen.

In fast allen Religionen der Welt spielt Fasten eine Rolle. Durch Entsagung von Nahrungs- und Genussmitteln, soll man Gott näher kommen, und seine Bereitschaft auf Verzicht und Dankbarkeit zeigen. Fasten bringt einen in die Klarheit und macht einen somit auch durchlässiger für den Fluss von Energien, warum bei vielen spirituellen Ritualen und Heilungen auch vorher auf eine ausführliche Nahrungsaufnahme verzichtet wird.

Fasten als Selbsterfahrung und Weg zurück zu dir

Fasten ist nicht nur der Verzicht auf Nahrung. Zu Fasten ist ein Prozess der Innenkehr und Selbstreflektion. Wie vieles im Leben kommt auch Fasten zu dir wenn du bereit dafür bist. Wenn du dir überhaupt nicht vorstellen kannst es durch zu halten oder sehr große Bedenken hast, solltest du es nicht versuchen.

 
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Der ersten Fasten Wochen Versuch

Meinen ersten Fasten Versuch hatte ich 2009 kurz vor Weihnachten. Es war eine harte Fastenkur mit nur Tee und Wasser und einem Glas verdünntem Saft am Tag. Ich habe den ganzen Tag nur ans Essen gedacht und bin kläglich nach 2,5 Tagen auf dem Weihnachtsmarkt mit gebrannten Mandeln im Mund gescheitert. Danach war für mich klar, dass Fasten überhaupt nichts für mich ist und ich es wenn überhaupt, erst sehr viel später noch einmal versuchen werde.

Das richtige Fasten für mich

Durch eine Freundin bin ich letztes Jahr im September wieder damit in Berührung gekommen. Nachdem mein spiritueller Lehrer aus Australien hier war und mit mir sehr tief gearbeitet hatte, lag es ganz klar auf der Hand, das ich diese Erfahrungen mit einer Fasten Woche abschließe. Es hatte sich in diesem Moment so richtig angefühlt, dass ich mich sogar förmlich darauf freute. Vergessen war die schlechte Erfahrung des ersten Versuchs. Die los gelösten Energien und Themen mit einer Reinigungswoche und Entschlackungskur auf körperlicher, seelischer und geistiger Ebene abzuschließen, schien mir wie eine Offenbarung.

So fastete ich eine Woche mit dem Buch ‘Wie neugeboren durch Fasten’ von Dr. MED. Hellmut Lützner vom GU Verlag. Dieses Buch ist kompakt geschrieben und hat tolle Rezeptvorschläge für den Entlastungstag und die Tage des Fastenbrechens. Am Entlastungstag nimmst du nur noch die Hälfte von dem was du sonst verzehrst zu dir und nur sehr leichte Sachen. Ab dem zweiten Fastentag stellst du die Nahrungsaufnahme ein und fastest dann zwischen drei und sieben Tage. Bis du mit dem ersten Fastenbrechen Tag wieder zu Essen beginnst.

Ich bin ab dem zweiten Fastentag wieder arbeiten gegangen und habe es obwohl ich mit Essen umgeben war, sehr gut durch gehalten. Wenn du dich voll und ganz auf diese Zeit einlässt dann stört es dich auch nicht, wenn jemand mit seinem Mittagsteller neben dir sitzt.

 
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Dieses Mal habe ich mir die Oster Woche zum Fasten reserviert. Ich habe alle sieben Tage frei und nutze sie gleich als Urlaubs- und Rückzugszeit für mich. Es ist die perfekte Zeit um sich vom Winter zu lösen und Altes los zu lassen.

Ich beginne den Tag mit einem ausführlichen Reinigungsritual um den Los lass Prozess aller Dinge die da gehen wollen einzuläuten. Ich mache ein Salt Scrub Peeling, benutze eine Trockenbürste und lasse eine Gesichtsmaske und Haar Kur länger einwirken.

Da die Entgiftung und Entlastung der Organe in einer Fasten Woche mit an erster Stelle steht, beginne ich vor meiner Reinigung mit einer Darmspülung. Es gibt verschiedene Hilfsmittel um sich zu entleeren, zum Beispiel durch Glaubersalz, Bittersalz, Sauerkraut Saft oder Pflaumensaft. Doch die Darmspülung mit einem Irrigator Set ist meiner Meinung nach die sanfteste und angenehmste Methode davon.

 Es mag für einige ein unangenehmes und peinlich berührtes Thema sein über seine Verdauung und seinen Stuhlgang zu sprechen. Dennoch gehört unser Darm und somit auch Stuhlgang genauso zu uns, wie unsere Nase zu unserem Gesicht. Wenn du keine Nahrung zu dir nimmst hört der Darm am zweiten bzw. dritten Tag auf zu arbeiten. Da durch die Fastenkur viele Giftstoffe und Stoffwechsel Abfälle gelöst werden, sollte man spätestens am dritten Tag bei der Entleerung nachhelfen. Die Entscheidung ob es dir beim Fasten gut oder schlecht geht steht und fällt mit der Darmentleerung. Unterstützt man die Reinigung des Körpers nicht, kann es zu Kopfschmerzen, Schwächegefühl, Unwohlsein, Schwindel und Müdigkeit führen.

Ich empfehle, schon ab dem ersten Tag, für den Loslass Prozess auf organischer Ebene zu sorgen. Ein weiterer Punkt ist, dass umso leerer dein Darm ist, umso weniger Hungergefühl kommt beim Fasten auf und somit fällt dir diese Zeit um vieles Leichter.

Es ist wichtig, dass man gerade an den ersten zwei Tagen langsam macht. Sich am Mittag nochmal hinlegt und dem Körper signalisiert das er sich jetzt ausruhen und regenerieren darf. Ein Leberwickel während des Mittagsschlafs hilft bei der Entgiftung. Dafür braucht ihr nur zwei Handtücher und eine Wärmflasche. Füllt die Wärmflasche mit warmem Wasser, macht eines der Handtücher mit warmem Wasser nass und wringt es gut aus. Legt dann das nasse Tuch auf die rechte Seite eures Rumpfes, legt die Wärmflasche drauf und wickelt das trockene Tuch herum. Ihr könnt den Leberwickel in dieser Woche täglich machen wenn ihr möchtet.

Auch wenn Fasten Ruhe bedeutet, ist es wichtig, dass man nicht einfach im Bett versackt sondern die Zeit gut für sich nutzt. Dazu gehören zB. kurze Spaziergänge die täglich länger werden können. Wenn ihr euch am dritten Fasten Tag gut fühlt kann man auch wieder leichten Sport oder Yoga machen. Denkt nur immer daran, sanft und gut mit euch zu sein und verlangt euch in dieser Zeit nicht zu viel ab.

Meditation ist eine tolle Technik um sich täglich mehr und mehr in die Innenschau zu vertiefen und sich ausserdem der Psycho Hygiene zu widmen. Es ist ganz natürlich, das durch eine Fastenkur auch auf geistiger, emotionaler und seelischer Ebene gereinigt wird und alte, oder auch fast vergessene Erinnerungen oder Gefühle, die in eurem Körper gespeichert waren, wieder nach oben kommen. Ich habe in dieser Woche zum Beispiel viel geweint und habe alte Emotionen und meine vor nicht langer Zeit beendete Partnerschaft gut damit verabschieden können. Drückt diese kurz aufkommenden Emotionen nicht weg, sondern lasst sie zu und damit auch raus. Sie wollen nur gereinigt werden.

Dieses Mal habe ich fünf Tage auf Nahrung verzichtet und mit zwei Fastenbrechen Tagen diese Woche beendet. Ich habe nach der Buchinger Fastenkur gefastet. Das bedeutet du trinkst über den Tag verteilt viel Kräutertee, Wasser, Gemüsebrühe und verdünnte Gemüse Säfte. Morgens beginne ich den Tag mit grünem Tee. Zum Mittag und zum Abend, wenn mein Magenknurren lauter wird, da er mir damit signalisiert, dass er bereit für die Nahrungsaufnahme ist, trinke ich zwei Tassen Gemüsebrühe und verdünnte Gemüsesäfte. Dadurch geht das kurze Gefühl von eventuellem Hunger schnell wieder weg.

Was mir immer sehr hilft ist die Auswahl der Getränke etwas spannend zu halten. Das heißt ich trinke jeden Tag etwas Neues zu den üblichen Verdächtigen wie Wasser, Brühe und Saft. So gebe ich meinen Geschmacksnerven neue Impulse und habe mehr Spaß am vielen trinken. Sei es eine neue Sorte Yogi Tee die ich neu dazu nehme, Kokos Wasser oder ein anderer Gemüsesaft. Die Freude auf das neue Getränk am neuen Fasten Tag macht vieles einfacher.

 
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Das Fasten bricht man am Besten mit einem leckeren saftigen Apfel. Danach gibt es einen leckeren Smoothie und mittags ein Porridge mit einer halben Birne. Am Abend esse ich eine Suppe aus Kartoffeln, Sellerie und Karotten, die nur leicht gewürzt ist. Am zweiten Tag gibt es das Gleiche, nur das ich die Porridge Mixtur leicht verändere. Es ist ratsam, sich den Bauch nicht so sehr voll zu schlagen, denn die Verdauungsorgane müssen erst wieder auf Touren kommen.

Mein Fasten Fazit

Fasten bedeutet für mich in die Ruhe und Stille zu kommen. Ich bin nicht mehr konstant damit beschäftigt, Nahrung zu zu bereiten, zu mir zu nehmen und zu verdauen. Ich genieße die Freiheit die ich dadurch verspüre. Die Freiheit von nichts abhängig zu sein. Es ist ein tolles Gefühl zu erkennen, dass du bei weitem nicht soviel Nahrung brauchst wie du täglich zu dir nimmst und das du tagelang ohne Nahrung sehr gut auskommen kannst. Ich stelle mich gedanklich komplett auf die Zeit des Verzichts ein. Ich akzeptiere die Tatsache, das ich mich für das Fasten entschieden habe.

Meine Ernährung hat sich nach dem letzten Fasten im September 2017 verbessert. Ich esse noch bewusster und gesünder. Meine Hungerattacken haben sich verringert und meine Laune bleibt trotz Hunger stabiler. Früher war ich wie ein Löwe der brüllt wenn er nicht gleich seine Antilope zwischen die Zähne bekommt. Heute kann ich mit einem Hungergefühl viel besser umgehen.

 
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Durch Fasten neue Impulse setzen und Lebensmuster ändern

Ich fühle mich nach dieser Woche unglaublich gut. Beide Male hat sich nach dem Fasten vieles in meinem Leben schlagartig zum Positiven geändert. Ich starte die Tage danach mit einem Fasten High. Ich bin voller Energie, glücklich, strukturiert, klar im Kopf und weiß genau was ich will. Ich fühle mich frei, leicht, sauber und stark. Es ist als wenn ich mich wie eine Schlange einmal gehäutet habe.

Meine Energiereserven sind aufgeladen und ich bin bereit für das Leben. Meine Haut ist glatt und strahlt. Denn regelmäßiges Fasten ist ein super Anti-Aging Programm. Ich strahle von innen und fühle mich einfach wunderbar. Ich habe drei Kilo abgenommen und fühle mich körperlich super. Fasten ist ein guter Weg um sich neue Impulse zu setzen und Gewohnheits- und Lebensmuster die sonst schwer zu verändern sind anzugehen. Sei es die Ernährung die danach zum Besseren umgestellt wird, die Aufgabe von Genussmitteln oder eine eingeschweißte Routine die man nach der Fasten Woche einfach mal anders angeht.

Mit jedem Mal wird das Fasten leichter. Der Körper erkennt schneller was los ist und stellt somit besser um. Ich werde es wieder tun. Für mich gehört Fasten jetzt zu meinem natürlichen Rhythmus des Lebens dazu und ich werde in 6 Monaten den Sommer damit verabschieden und den Herbst und Winter begrüßen.

Rezepte:

Entlastungstag: 

Frühstück: 2 Scheiben Kürbiskern Brot mit veganem Aufstrich

Snack: 2 Bananen

Mittag: kleine Portion vegane Spaghetti Volognese

Snack: 2 Äpfel

Abend: kleine Portion geschmorten Weiß Kohl mit Kümmel und Tofu Hack

Fastentage: grüner Tee, Brennnessel Tee, Yogi Tee ‘Detox Deine Seele’, Kräuter Tee, Chai Tee mit etwas Hafermilch am letzten Tag, Naturata Gemüsebrühe, Demeter Gemüse Säfte Tomate, Sauerkraut, Karotte, Kokos Wasser

 
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1 Fastenbrechen Tag:

Frühstück: 1 Apfel, Smoothie aus: Banane, Reiskleie, Haferflocken, Amaranth gepufft, Leinsamen geschrotet, Kakao Bohnen, Kakao Pulver, Brennnessel Pulver, Ingwer, Curcuma, Pfeffer, Zimt, MSM Schwefel, Leinöl, Hafermilch

Mittag: Porridge aus Bio Vollkorn Haferflocken, geschrotetem Leinsamen, eine halbe Birne Hafermilch, Zimt.

Abend:  Suppe aus frischen Kartoffeln, Sellerie, Karotten mit etwas Bio Brühe, Salz und Pfeffer, Basilikum und italienische Kräuter

2. Fastenbrechen Tag:

Frühstück: Smoothie wie am Tag davor

Mittag:  Porridge mit Bio Vollkorn Haferflocken, Banane, Zimt, Hafermilch

Abend: Suppe wie am Vortag

Viel Spaß dabei wünscht euch

Mareen Miki Pasedag

*Anmerkung: Dieser Fastenbericht bezieht sich auf das Fasten bei Gesundheit. Man kann auch Heilfasten wenn man Krankheiten damit lindern möchte, aber das sollte man nur unter Absprache mit seinem Hausarzt tun und dafür in Betracht ziehen in eine Fastenklinik mit medizinischer Betreuung zu gehen.

 

 

Mareen PasedagComment